Neu:                            

An den Anfang des Kapitels über Adolf Hitler und sein gutes Verhältnis zurStadt haben wir Zeitungsausschnitte gesetzt, die von Anfang Februar 1933 bis Anfang Mai 1933 reichen. Die Listen mit den ausländischen Toten haben wir nach Angaben der Friedhofsverwaltung aktualisiert. Neu sind auch der Nachtrag zu der Geschichte der Zwangsarbeiter (Neues zur Erschießung von drei Niederländern am 14.9.1944). und eine Chronik des Faschismus in Emden.

Am 26.2.2012 wird eine Ausstellung über Zwangsarbeit in Emden  in den Pelzerhäusern eröffnet. Die Ubbo-Emmius-Gesellschaft ist daran beteiligt. Jetzt sind vieri pdf-Dateien und drei Videos zu sehen. Zwangsarbeiter, die in Emden im Januar 1944 und im September 1944 hingerichtet wurden, haben wir auf Friedhöfen in Bremen und in Osnabrück gefunden. Die Seite Spurensuche Bremen Spurensuche Bremen  verweist jetzt auch auf die Toten in Bremen.



Ubbo-Emmius-Gesellschaft

Ubbo Emmius

Was will die Ubbo-Emmius-Gesellschaft e.V.?

Der Hintergrund

Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer. Die Beschreibungen, die der New Yorker von den Greueln der Atombombe erhielt, schreckten ihn anscheinend nur wenig. Der Hamburger ist noch umringt von Ruinen, und doch zögert er, die Hand gegen einen neuen Krieg zu erheben. Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen. Der Regen von gestern macht uns nicht naß, sagen viele. Die Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod.

Bertolt Brecht "Zum Völkerkongreß für den Frieden", Wien 1952



Ubbo Emmius war ein Humanist, ein bedeutender Gelehrter in einer Zeit der aufstrebenden Wissenschaften und des erstarkenden Bürgertums. Er war ein Historiker und Geograph, der an der Spitze der Entwicklung in beiden Disziplinen stand. Er war aber auch kein weltfremder Gelehrter, sondern mischte sich in die politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit ein, in den Kampf (auf seiten Emdens) gegen ein ostfriesisches Grafenhaus, das die Errichtung der absolutistischen Herrschaft anstrebte.

1547 in Greetsiel geboren, wurde er 1614 erster Rektor der Universität Groningen und starb in dieser Stadt im Jahre 1625. Er wirkte über die damals entstehenden Grenzen hinweg und bleibt ein Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Emden, Ostfriesland und dem Groningerland.

Auch während des Dritten Reiches hat es einen regen unerlaubten kleinen Grenzverkehr gegeben, der manchem Verfolgten das Leben rettete und den Widerstandskämpfern ihre gefährliche Arbeit in vielen Fällen erst ermöglichte.

Hans-Gerd Wendt hat das niederländische Buch "De Rode Hulp" übersetzt und darin viele wertvolle Hinweise auf den Widerstand auch in Emden gefunden. Wir haben mit den Autoren Kontakt aufgenommen und wollen versuchen, etwas von den alten politischen Verbindungen wieder aufleben und für unsere Forschung zum Widerstand in Emden fruchtbar werden zu lassen.

Entgegen der gern verbreiteten gegeteiligen Behauptung sind Faschismus und Widerstand in Emden und Ostfriesland unzureichend erforscht. Wir wollen unseren Beitrag zur Behebung dieses Mißstandes leisten.

Emder Denkmalspflege: Das Denkmal für den Widerstand an der Ecke des Biergartens.
Die Gedenkstele ist wieder frei von allen Seiten aus zugänglich. Man darf gespannt sein, wie es im  Frühjahr, an den ersten warmen Tagen, aussieht. WEITER

In Deutschland bildeten sich am Ende des verlorenen Ersten Weltkriegs überall Arbeiter- und Soldatenräte . Auch - wer hätte es gewusst? -in Emden. Darüber jetzt hier mehr.

Kurze Filme an den Orten von Gräueln, an die man sich in Emden nicht erinnert.
Präsentation über Emden in der Nazizeit.

Bei Interesse: download hier. Rechte Maustaste: Ziel speichern unter... Ordner eingeben. Hier gibt es einen freeware-swf-player: http://www.eltima.com/products/swf-flv-player/

Berichte aus Esterwegen aus den vergangenen Jahren und Bilder von der Gedenkstätte, die 2011 eröffnet wurde.
Berichte von den Kundgebungen im KZ Esterwegen 2006 bis 2011

Denkmal für die gehenkten Ukrainer

Herr Bernhard Brahms stiftete dieses Denkmal für fünf Im Januar 1944 gehenkte Ukrainer. Er war als Jugendlicher unfreiwilliger Zeuge des Verbrechens geworden. Hier sein Bericht. 

Zwangsarbeiter in Emden.


Am Freitag, dem 28.11.2008, wurde auf dem Friedhof Tholenswehr in Emden endlich eine Gedenktafel für die in den Lagern Emdens und der Umgebung umgekommenen  Kinder von Zwangsarbeiterinnen eingeweiht.  

Film über die Einweihung

Bei der Niederlegung eines Grabgestecks v.l.n.r.: Michael Skoruppa und Heinrich "Emil" Fichtl

Widerstand

Zeitzeugen

Faschismus

Hier geht es zu wichtigen Aufsätzen Hans-Gerd Wendts über den Widerstand in Emden.

Ein weiter Weg : Der Transport einer Schreibmaschine während der Nazizeit, von Emden nach Larrelt.

Wer war Harry : ein Rätsel, das bis heute noch nicht gelöst ist.

Der " Einheitsverband der Seeleute", Hafenarbeiter und Binnenschiffer" hat eine große Rolle im Widerstand gespielt (pdf-Datei, 23 Seiten)

"Ein außerordentlich gefährliches staatsfeindliches Nest" nannten die auf der anderen Seite in Emden so erfolgreichen Nazis bei der Verfolgung des kommunistischen Widerstands die Stadt. Eine Übersicht über die Aktivitäten der Emder KPD von 1933 - 1938 ist, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Jahre, hier zu finden. Kurze Zusammenfassung: Verhaftungswellen bei der Emder KPD 1934-37

Auseinandersetzungen mit einem SA-Mann in Uphusen

Die Vorgänge um die "Afrika" 1936, ein Emder Schiff, das unter mysteriösen Umständen vor Norwegen sank.

Neuerlich, angesichts immer frecherer und stärkerer Neonazis, wird doch wieder der Vergleich mit den letzten Jahren der Weimarer Republik stärker herangezogen. Davor haben die Politiker ja immer wieder gewarnt, als würde die Beschwörung etwas ändern. Hans-Gerd Wendt hat einige Ereignisse aus der unmittelbaren Vornazizeit zusammengetragen, die einen Einblick in diese Übergangszeit geben. Wir veröffentlichen diese Stimmungsbilder nach und nach. Hier kommt der Bericht über ein politisches Happening (jetzt mit der Original-Einladung der Nazis an die KPD) während einer NSDAP - Propaganda - Veranstaltung hinzu.

Ein Tag in Emden beschreibt eine mächtige Demonstration der KPD 1930.

Der große Streik der Seeleute 1931 Seeleute im Ausstand in London und der Sowjetunion. Emder Seeleute werden nach Monaten bei der Heimkehr festgenommen und verurteilt. (pdf - 27 Seiten)

Über die andere Seite des Widerstands wird hier berichtet. Auch der Bericht über den Widerstand in Moordorf ist neu. Er dokumentiert "hochverräterische" Aussagen in einer Zeitung der KPD.

Alter Wimpel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold aus der Weimarer Zeit, über die Nazizeit gerettet.

Erinnerungen von Friedrich Loop

August Kraak - ein Internationalist aus Emden

Am 19.7. haben Gerd Wendt und  Michael Skoruppa im Rahmen der  maritimen Ausstellung der Stadt  Emden einen Vortrag über die "vergessenen Seeleute" gehalten. Die Schautafeln waren im Rahmen der   Ausstellung "maritimes Emden" in der Kaufhalle zu sehen. Aber auch hier auf unserer Seite. 

Berichte, Anfragen, Hinweise

In Herrn Bernhard Brahms haben wir einen Zeitzeugen gefunden, der die Ermordung (Exekution) der fünf Ukrainer in Emden am 26.1.1944 als Jugendlicher heimlich beobachtet hat. Er hat die ganze Zeit nicht darüber gesprochen und hat doch nicht vergessen können. Im Alter fällt ihm alles immer wieder ein. Was er  in den folgenden zwei Jahren noch erlebt hat, ist auch hier zu lesen.

Herr W. Kruizinga, als Niederländer am Ende des Ersten Weltkriegs geboren, schilderte seine Erlebnisse während seiner Zeit in Emden, das er nie verließ, ohne allerdings jemals daram zu denken, Deutscher zu werden. Er berichtete von der Erschießung von 11 Niederländern in der KaserneEmden. Wir haben bisher keine weiteren Hinweise darauf gefunden und bitten um Mithilfe.

Wir haben eine Zuschrift bekommen, in der Melanie Pietschke schildert, wie sie versucht, sich ein Bild von  ihrem Urgroßvater Peter Kerbs zu machen. Sie stieß dabei auch auf unsere Seite. Sie ist mit ihren Nachforschungen noch nicht am Ende.

Während unserer zweiten antifaschistischen Emden-Rundfahrt wurde uns überraschender Weise das Manuskript über einen KZ-Aufenthalt ganz am Anfang der Hitler-Barbarei zur Verfügung gestellt.

Hans-Gerd Wendt hat einen Brief aus dem Widrstand gefunden (von Otto Bösch an Adolf Lenze), den wir hier mit einem Anschreiben seines Sohnes veröffentlichen.

Hier sind Tatsachen über die Jahre des Faschismus in Emden zu finden,die teilweise unentdeckt blieben, vergessen oder verdrängt wurden. Sehr spät setzte die Beschäftigung mit dem Dritten Reich ein, da die Nazi-Ideologie bei großen Teilen der Bevölkerung über das Ende des Zweiten Weltkrieges fortwirkte. Bei der Bundestagswahl 1949 wählten die Emder zu einem Drittel rechtsextrem.

In "Die Stadt Emden, die Nazis und ihr Führer" zeichnet Michael Skoruppa einen Umriss der Nazizeit in Emden und der 60jährigen Politik des Gedenkens der Stadt mit ihren Lücken. Von hier führen Links zu den einzelnen Aspekten der Politik der Nazis: von Straßenumbenennungen und Ehrenbürgerschaft für Hitler über Juden-Boykott und -Verfolgung zu den Zwangsarbeitern und deren Kindern im Säuglingsalter, die auf einem Emder Friedhof ruhen.

In der 'Recichsprogromnacht wurde hier Daniel de Beer angeschossen An dieser Stelle wurde der jüdische Schlachter Daniel de Beer in  derReichspogromnacht angeschossen. Der Faschismus zeigte ganz offen sein mörderisches Gesicht. Die Verfolgung der Juden begann  hier für jeden wahrnehmbar zu werden, auch in der Zeitung wurde der Antisemitismus geschürt.  3 Jahre später  begannen die Deportationen.  Judenverfolgung

Wir danken dem Stadtarchiv Emden für die Bereitstellung von Zeitungen und Fotos und für die freundliche Hilfestellung. Ebenso danken wir dem Bunkermuseum, Dietrich Janßen und der Geert Sterringa Stichting in Groningen. Frau Foline Ahlrichs überließ uns freundlicherweise eine Kopie der "GEW-Zeitung für Emden" vom Februar 1989, die über die Gedenkdemonstration anlässlich des 50. Jahrestags der Progromnacht am 9.11.1938 und der Brandschatzung der Emder Synagoge berichtete. (Erinnerungs-Kultur)



Emden gehörte zu den ersten 12 Städten im Reich, aus denen Juden in den Osten deportiert wurden. 122 Emder Juden wurden neun Tage nach dem Beginn der Deportationen im Reich, die für den 16.10.1941 angegeben sind, in das Ghetto Lodz eingeliefert, wohl auf direktem Wege mit der Bahn. Der "Auszug" ist schon am 23.10 erfolgt, wie dem Artikel vom 24.10. in der OTZ zu entnehmen ist. Am  25.10.1941 kamen die Emder Juden in "Litzmannstadt" an.

Emden war 1941 "judenrein".

Inzwischen haben wir eine amtliche Bestätigung der Juden-Deportation von Emden durch die Gestapo Wilhelmshaven gefunden.

Ein anderer Volkstrauertag auf dem Bolardus-Friedhof in Emden (2009)

Der Museumstag 2009 in Emden


Antifaschistischer Stadtrundgang
Wir (G.Wendt und M.Skoruppa) haben unsere Aufzeichnungen zusammen- getragen und einen "virtuellen" antifaschistischen Stadtrundgang erstellt,
eine pdf-Datei, die leicht heruntergeladen und ausgedruckt werden kann. Es sind 14 Seiten geworden. Aber man braucht ja nicht alles an einem Tage schaffen wollen, kann es auch auf 2 oder 3 Mal verteilen.

Rode Hulp

Flucht in die nahen Niederlande

Die IPSO Geschichtsgruppe Groningen hat ein Buch mit dem Titel "Rode Hulp. De opvang van Duitse vluchtelingen in Groningerland 1933-1940" (Groningen, 1986) veröffentlicht, das sich mit der Betreuung deutscher Flüchtling im Groningerland zwischen 1933 und dem deutschen Überfall auf die Niederlande 1940 beschäftigt. Dafür haben die Autoren eine Menge von Zeitzeugen zu einem Zeitpunkt befragt, als dies gerade noch möglich war. Man hätte sich eine derartige Arbeit mit gleichem Umfang und gleicher Ausführlichkeit auch auf deutscher Seite gewünscht. 

Rote Hilfe

Die Geert Sterringa Stiftung und die Autoren der "Rode Hulp" (Rote Hilfe) haben uns freundlicherweise erlaubt, die Kapitel 6 und 7 in deutscher Übersetzung auf unsere Homepage zu übernehmen. Zugrunde liegt dem die Übersetzung von H. G. Wendt. Dirk Akkermans auf niederländischer und Michael Skoruppa auf deutscher Seite haben die Texte für die deutsche Veröffentlichung vorbereitet. Wir danken für die Erlaubnis zur Veröffentlichung des Textes und der Abbildungen.

Kapitel 6: Flüchtlinghilfe durch die illegale KPD in Ostfriesland (pdf)

Kapitel 7: Illegale Fluchtwege im Grenzgebiet (pdf)

In den ersten vierzig Jahren nach dem zweiten Weltkrieg herrschte in Emden, wie überall in der Bundesrepublik das große Schweigen, die allgemeine Amnesie. Mitte der achtziger Jahre dann suchten die Söhne und Töchter nach den Bruchstücken der Erinnerung ihrer Väter und Mütter. Das Entsetzen über die 12 Jahre war/schien groß.

Doch 20 Jahre später, für Emden im Herbst 2004, kamen Überdruss und
Selbstmitleid über das Land und die Stadt.

Die Emder entdeckten in der Ausstellung "Wir werden diesen Tag nie vergessen", dass sie und niemand anders die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus waren. 

Das Geschickte war, dass selbst das Wort "Nationalsozialismus" 
in der Ausstellung nicht vorkam. Ständig flogen irgendwelche alliierten Bomber über die Stadt. Rotterdam, das zwei Monate, bevor der erste englische Bomber über Emden gesichtet wurde, von der deutschen Luftwaffe dem Erdboden gleich gemacht worden war? Rotterdam? Nie gehört, in der Ausstellung nicht erwähnt. War ja nicht Emden..


Im Januar 2006 stellte die Ubbo-Emmius-Gesellschaft ihre Homepage 
ins Netz. Vom ersten Tag an verwiesen wir darauf, dass Adolf Hitler schon im Jahr der Machtergreifung an seinem Geburtstag Ehrenbürger 
der Stadt wurde. 2007 hat ihm Emden die Ehrenbürgerschaft aberkannt.

Wir wiesen früh auf die vielen toten Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Tholenswehr hin, besonders auf die toten Kinder, die meisten  im Säuglingsalter. 2008 errichtete die Stadt dort ein Denkmal, auf dem ihre Namen verzeichnet sind.

2010 haben wir einen Zeitzeugen gefunden, der  die Erhängung von fünf jugendlichen ukrainischen Zwangsarbeitern gesehen hat. Inzwischen hat dieser Zeitzeuge, Herr  Bernhard Brahms, einen Gedenkstein für die fünf Opfer auf dem Friedhof Tholenswehr errichten lassen.

Wir gehen wir davon aus, dass nach den Enthüllungen über das faschistische Emden inzwischen die Zeiten des Überdrusses, des Selbstmitleids und des Vergessens der eigenen Geschichte in Emden endgültig vorbei sind.

Weitere peinliche städtische Ausstellungen werden uns in Zukunft hoffentlich erspart bleiben.