|
Was will die Ubbo-Emmius-Gesellschaft e.V.?
|
Der Hintergrund Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer. Die Beschreibungen, die der New Yorker von den Greueln der Atombombe erhielt, schreckten ihn anscheinend nur wenig. Der Hamburger ist noch umringt von Ruinen, und doch zögert er, die Hand gegen einen neuen Krieg zu erheben. Die weltweiten Schrecken der vierziger Jahre scheinen vergessen. Der Regen von gestern macht uns nicht naß, sagen viele. Die Abgestumpftheit ist es, die wir zu bekämpfen haben, ihr äußerster Grad ist der Tod. Bertolt Brecht "Zum Völkerkongreß für den Frieden", Wien 1952
Ubbo Emmius war ein Humanist, ein bedeutender Gelehrter in einer Zeit der aufstrebenden Wissenschaften und des erstarkenden Bürgertums. Er war ein Historiker und Geograph, der an der Spitze der Entwicklung in beiden Disziplinen stand. Er war aber auch kein weltfremder Gelehrter, sondern mischte sich in die politischen Auseinandersetzungen seiner Zeit ein, in den Kampf (auf seiten Emdens) gegen ein ostfriesisches Grafenhaus, das die Errichtung der absolutistischen Herrschaft anstrebte. 1547 in Greetsiel geboren, wurde er 1614 erster Rektor der Universität Groningen und starb in dieser Stadt im Jahre 1625. Er wirkte über die damals entstehenden Grenzen hinweg und bleibt ein Beispiel der Zusammenarbeit zwischen Emden, Ostfriesland und dem Groningerland. Auch während des Dritten Reiches hat es einen regen unerlaubten kleinen Grenzverkehr gegeben, der manchem Verfolgten das Leben rettete und den Widerstandskämpfern ihre gefährliche Arbeit in vielen Fällen erst ermöglichte. Hans-Gerd Wendt hat das niederländische Buch "De Rode Hulp" übersetzt und darin viele wertvolle Hinweise auf den Widerstand auch in Emden gefunden. Wir haben mit den Autoren Kontakt aufgenommen und wollen versuchen, etwas von den alten politischen Verbindungen wieder aufleben und für unsere Forschung zum Widerstand in Emden fruchtbar werden zu lassen. Entgegen der gern verbreiteten gegeteiligen Behauptung sind Faschismus und Widerstand in Emden und Ostfriesland unzureichend erforscht. Wir wollen unseren Beitrag zur Behebung dieses Mißstandes leisten. |
| Neu:
Am
26.2.2012 wurde eine Ausstellung
über Zwangsarbeit in Emden in
den Pelzerhäusern eröffnet, die noch
bis zum 6.5.2012 dauert. Die
Ubbo-Emmius-Gesellschaft hat dazu
Beiträge geleistet. Jetzt sind vier
pdf-Dateien und drei Videos zu
sehen. Zwangsarbeiter, die in Emden im
Januar 1944 und im September 1944
hingerichtet wurden, haben wir auf
Friedhöfen in Bremen und in Osnabrück
gefunden. Die
Seite Spurensuche Bremen Wie der Faschismus sich 1934 in Emden (der Tag von Potsdam, der Tag von Emden, Militär und Kaserne) festigte. |
|
n Deutschland bildeten
sich
am Ende des verlorenen Auch
- wer hätte es gewusst? -in Emden.
Darüber jetzt hier mehr. |
Kurze Filme an den Orten von Gräueln,an die man sich in Emden nicht erinnert.Präsentation über Emden in der Nazizeit.Bei
Interesse: download
hier.
Rechte Maustaste:
|
Berichte aus Esterwegen aus den vergangenen Jahren und Bilder von der Gedenkstätte, die 2011 eröffnet wurde. Berichte von den Kundgebungen im KZ Esterwegen 2006 bis 2011 |
Rode Hulp. Rote Hilfe. Hier geht es zur Homepage der Geert Sterringa Stichting. (Niederländisch) Die Geert Sterringa Stiftung und die Autoren der
"Rode Hulp" (Rote Hilfe) Kapitel 6: Flüchtlinghilfe durch die illegale KPD in Ostfriesland (pdf) Kapitel 7: Illegale Fluchtwege im Grenzgebiet (pdf) |
|
Herr Bernhard Brahms stiftete dieses Denkmal für fünf Im Januar 1944 gehenkte Ukrainer. Er war als Jugendlicher unfreiwilliger Zeuge des Verbrechens geworden. Hier sein Bericht. Zwangsarbeiter
in Emden.
|
Am Freitag,
dem 28.11.2008, wurde auf dem Friedhof
Tholenswehr in Emden
Bei der Niederlegung eines Grabgestecks v.l.n.r.: Michael Skoruppa und Heinrich "Emil" Fichtl |
|
Widerstand |
Zeitzeugen |
Faschismus |
||
|
Hier geht es zu wichtigen Aufsätzen Hans-Gerd Wendts über den Widerstand in Emden. Ein weiter Weg : Der Transport einer Schreibmaschine während der Nazizeit, von Emden nach Larrelt. Wer war Harry : ein Rätsel, das bis heute noch nicht gelöst ist. Der " Einheitsverband der Seeleute", Hafenarbeiter und Binnenschiffer" hat eine große Rolle im Widerstand gespielt (pdf-Datei, 23 Seiten) "Ein außerordentlich gefährliches staatsfeindliches Nest" nannten die auf der anderen Seite in Emden so erfolgreichen Nazis bei der Verfolgung des kommunistischen Widerstands die Stadt. Eine Übersicht über die Aktivitäten der Emder KPD von 1933 - 1938 ist, aufgeschlüsselt auf die einzelnen Jahre, hier zu finden. Kurze Zusammenfassung: Verhaftungswellen bei der Emder KPD 1934-37 Auseinandersetzungen mit einem SA-Mann in Uphusen Die Vorgänge um die "Afrika" 1936, ein Emder Schiff, das unter mysteriösen Umständen vor Norwegen sank. Neuerlich, angesichts immer frecherer und stärkerer Neonazis, wird doch wieder der Vergleich mit den letzten Jahren der Weimarer Republik stärker herangezogen. Davor haben die Politiker ja immer wieder gewarnt, als würde die Beschwörung etwas ändern. Hans-Gerd Wendt hat einige Ereignisse aus der unmittelbaren Vornazizeit zusammengetragen, die einen Einblick in diese Übergangszeit geben. Wir veröffentlichen diese Stimmungsbilder nach und nach. Hier kommt der Bericht über ein politisches Happening (jetzt mit der Original-Einladung der Nazis an die KPD) während einer NSDAP - Propaganda - Veranstaltung hinzu. Ein Tag in Emden beschreibt eine mächtige Demonstration der KPD 1930. Der große Streik der Seeleute 1931 Seeleute im Ausstand in London und der Sowjetunion. Emder Seeleute werden nach Monaten bei der Heimkehr festgenommen und verurteilt. (pdf - 27 Seiten) Über die andere Seite des Widerstands wird hier berichtet. Auch der Bericht über den Widerstand in Moordorf ist neu. Er dokumentiert "hochverräterische" Aussagen in einer Zeitung der KPD. Alter Wimpel des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold aus der Weimarer Zeit, über die Nazizeit gerettet. Erinnerungen aus dem Widerstand von Friedrich Loop. August Kraak - ein Internationalist aus Emden Am 19.7. haben Gerd Wendt und Michael Skoruppa im Rahmen der maritimen Ausstellung der Stadt Emden einen Vortrag über die "vergessenen Seeleute" gehalten. Die Schautafeln waren im Rahmen der Ausstellung "maritimes Emden" in der Kaufhalle zu sehen. Aber auch hier auf unserer Seite. |
Berichte, Anfragen, Hinweise In Herrn Bernhard Brahms haben wir einen Zeitzeugen gefunden, der die Ermordung (Exekution) der fünf Ukrainer in Emden am 26.1.1944 als Jugendlicher heimlich beobachtet hat. Er hat die ganze Zeit nicht darüber gesprochen und hat doch nicht vergessen können. Im Alter fällt ihm alles immer wieder ein. Was er in den folgenden zwei Jahren noch erlebt hat, ist auch hier zu lesen. Herr W. Kruizinga, als Niederländer am Ende des Ersten Weltkriegs geboren, schilderte seine Erlebnisse während seiner Zeit in Emden, das er nie verließ, ohne allerdings jemals daram zu denken, Deutscher zu werden. Er berichtete von der Erschießung von 11 Niederländern in der KaserneEmden. Wir haben bisher keine weiteren Hinweise darauf gefunden und bitten um Mithilfe. Wir haben eine Zuschrift bekommen, in der Melanie Pietschke schildert, wie sie versucht, sich ein Bild von ihrem Urgroßvater Peter Kerbs zu machen. Sie stieß dabei auch auf unsere Seite. Sie ist mit ihren Nachforschungen noch nicht am Ende. Während unserer zweiten antifaschistischen Emden-Rundfahrt wurde uns überraschender Weise das Manuskript über einen KZ-Aufenthalt ganz am Anfang der Hitler-Barbarei zur Verfügung gestellt. Hans-Gerd Wendt hat einen Brief
aus dem Widrstand gefunden (von Otto Bösch an Adolf
Lenze), den wir hier mit
einem Anschreiben seines Sohnes veröffentlichen. |
Hier sind Tatsachen über die Jahre des Faschismus in Emden zu finden,die teilweise unentdeckt blieben, vergessen oder verdrängt wurden. Sehr spät setzte die Beschäftigung mit dem Dritten Reich ein, da die Nazi-Ideologie bei großen Teilen der Bevölkerung über das Ende des Zweiten Weltkrieges fortwirkte. Bei der Bundestagswahl 1949 wählten die Emder zu einem Drittel rechtsextrem. In "Die Stadt Emden, die Nazis und ihr
Führer" zeichnet Michael Skoruppa einen Umriss
der Nazizeit in Emden und der 60jährigen Politik
des Gedenkens der Stadt mit ihren Lücken. Von hier
führen Links zu den einzelnen Aspekten der Politik
der Nazis: von Straßenumbenennungen und
Ehrenbürgerschaft für Hitler über Juden-Boykott
und -Verfolgung zu den Zwangsarbeitern und deren
Kindern im Säuglingsalter, die auf einem
Emder Friedhof ruhen. Wie der Faschismus in Emden begann. Wie er sich festigte. (der Tag von Potsdam, der Tag von Emden, Militär und Kaserne)
Wir danken dem Stadtarchiv Emden für die Bereitstellung von Zeitungen und Fotos und für die freundliche Hilfestellung. Ebenso danken wir dem Bunkermuseum, Dietrich Janßen und der Geert Sterringa Stichting in Groningen. Frau Foline Ahlrichs überließ uns freundlicherweise eine Kopie der "GEW-Zeitung für Emden" vom Februar 1989, die über die Gedenkdemonstration anlässlich des 50. Jahrestags der Progromnacht am 9.11.1938 und der Brandschatzung der Emder Synagoge berichtete. (Erinnerungs-Kultur)
Emden gehörte zu den ersten 12 Städten im Reich, aus denen Juden in den Osten deportiert wurden. 122 Emder Juden wurden neun Tage nach dem Beginn der Deportationen im Reich, die für den 16.10.1941 angegeben sind, in das Ghetto Lodz eingeliefert, wohl auf direktem Wege mit der Bahn. Der "Auszug" ist schon am 23.10 erfolgt, wie dem Artikel vom 24.10. in der OTZ zu entnehmen ist. Am 25.10.1941 kamen die Emder Juden in "Litzmannstadt" an.
Emden war 1941 "judenrein". Inzwischen haben wir eine amtliche Bestätigung der Juden-Deportation von Emden durch die Gestapo Wilhelmshaven gefunden. Ein anderer Volkstrauertag auf dem Bolardus-Friedhof in Emden (2009) Der Museumstag 2009 in Emden |
|
In den ersten vierzig Jahren nach dem zweiten Weltkrieg
herrschte in Emden, wie überall in der
Bundesrepublik das große Schweigen, die allgemeine
Amnesie. Mitte der achtziger Jahre dann suchten die
Söhne und Töchter nach den Bruchstücken der
Erinnerung ihrer Väter und Mütter. Das Entsetzen
über die 12 Jahre war/schien groß. Das Geschickte
war, dass selbst das Wort
"Nationalsozialismus" |
Im Januar 2006 stellte die
Ubbo-Emmius-Gesellschaft ihre Homepage Wir wiesen früh
auf die vielen toten Zwangsarbeiter auf dem Friedhof Tholenswehr
hin, besonders auf die toten Kinder, die
meisten im Säuglingsalter. 2008 errichtete die
Stadt dort ein Denkmal, auf dem ihre Namen
verzeichnet sind. |